Obwohl Rio vom Tourismus lebt, kümmern sich die Bürokraten der verschiedenen Tourismusbehörden herzlich wenig um die Reisenden. Vorsicht vor amtlich erscheinenden »Agenturen«, die -wie z.B. auf Rios Flughafen Galeao - völlig wertlose »Touristenpässe« verkaufen. Wer wirklich gute Auskünfte erhalten will, der wende sich lieber an seriöse Reisebüros. Eine staatliche brasilianische Touristeninformation gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht.
Lateinamerika e. V.
Bornstraße 2, 56412 Niedererbach, Tel. 06485-40 44, Fax 40 43
Erste Hilfe mit fremdsprachigem Personal in Rio: Klinik Souza Aguiar, P. da Republica 111, Tel. 296 41 14
Viele Ärzte können Englisch, Französisch oder Deutsch. Die Bezahlung erfolgt immer »cash« - da nützen Sozialversicherungen von daheim gar nichts.
Die brasilianischen Apotheken sind gut bestückt, fast alle gängigen Produkte der internationalen Pharmakonzerne sind zu haben. Das Apothekenpersonal hat in der Regel keine pharmazeutische Ausbildung.
Internationale Rent-a-car-Agenturen sind an den größeren Flughäfen vorhanden. In Rio oder Sao Paulo ein Auto zu mieten (internationaler Führerschein nötig) wäre wegen des Verkehrschaos russisches Roulette. Empfehlenswert ist dagegen ein Mietauto für die Küstenstraße Rio-Santos (Säo Paulo), der einzigen Strecke, wo Sie das Mietauto am Zielort abgeben können, ohne die hohe Rückführungsgebühr zu zahlen.
Ein Mietwagen kostet pro Tag mindestens 50 Mark, hinzu kommen Km-Gebühren (ca. 15 Pfennig) und Versicherung. Jeeps und Campmobile sind nur privat zu mieten. Einen Pannenhilfsdienst gibt es nicht, aber man findet in jedem Dorf geschickte Automechaniker und Reifenspezialisten. Im Hinterland kann man auf die Hilfsbereitschaft der Leute bauen.
Die Anschriften finden Sie auf den "alten" Seiten von Brazil Explorer.
Brasilien ist mit einem hervorragenden Busnetz überzogen. Auf den großen Überlandstrecken (z.B. Brasilia-Rio) fahren zusätzlich noch »Leito«-Liegebusse mit Super-Schlafkomfort. Wer viel Zeit und wenig Geld hat, der ist mit den Überlandbussen bestens bedient. Bahnlinien sind dagegen kaum vorhanden.
Sao Paulo, Rio und Porto Alegre haben gut funktionierende Metros. Die Einheitstickets werden noch von Menschen und nicht von Maschinen verkauft. Ein vorbildliches Busnetz funktioniert in Curitiba. Die meist überfüllten Stadtbusse sind spottbillig, aber nicht immer sicher (Taschendiebe). Bei mehr als zwei Personen mit dem gleichen Fahrziel lohnt sich oft das Taxi. Bei Überlandfahrten richten sich die Preise nach Entfernung und Bustyp. Die 1100 km Rio - Brasilia kosten z.B. rund 50 Mark.
Brasilien verlangt kein Visum von Touristen aus den meisten europäischen Staaten. Der Reisepaß reicht aus, muß aber noch 6 Monate gültig sein. Bei der Einreise erhält man ein Papier, das bei der Ausreise wieder abgegeben werden muß. Damit kann man bis zu drei Monate bleiben und unter Umständen sogar bei der Policia Federal eine Verlängerung um weitere drei Monate beantragen.
In Brasilien erst an wenigen ausgewählten Stränden in den Anfängen. »Oben ohne« ist auch nicht üblich. Die Sitte verlangt, »komplett« bekleidet zu sein auch wenn der Tanga (Minibikini) nur aus einem hauchdünnen Faden besteht.
Farbnegativfilme sind teuer, aber überall erhältlich, Diafilme nicht. Kein Problem, Menschen zu fotografieren, wenn man das mit einem Lächeln tut und nicht wie auf der Großwildjagd. Die Fotoausrüstung sollte man unauffällig (Einkaufstüte o.ä.) verstecken.
Die Währung Brasiliens hat in den vergangenen Jahren häufiger als die Mode gewechselt und dabei ein paar Nullen abgestreift und dann wieder zugelegt. Seit der Einführung des Real hat die Geldentwertung ihre Schrecken verloren - hoffentlich für längere Zeit, denn nur selten trifft man einen Brasilianer, der sich an Zeiten ohne Inflation erinnert.
Für Ausländer, die Dollar tauschen wollen, berechnen die wenigen großen Geschäftsbanken, die überhaupt wechseln, einen günstigen Touristenkurs. Im übrigen sind Banken (Öffnungszeiten Mo-Fr 10-16.30 Uhr) nur für den internen Geldverkehr gedacht. Besser ist der sogenannte Parallelkurs der Devisenhändler und privaten Wechselstuben (casa de cambio, meist mit Reisebüros gekoppelt). Der Kurs wird in den Tageszeitungen veröffentlicht. In Hotels wechselt man meist ungünstiger. Man sollte möglichst keine Reals mit nach Hause nehmen, sie werden nur selten - und schlecht - von europäischen Banken gewechselt.
So leicht, leger und bunt wie möglich. Am besten komplettiert man seine Kleidung in Brasilien selber (Supergrößen schwierig). T-Shirt und (lange) Hose sind für fast alle Gelegenheiten ausreichend, dazu Tennisschuhe. Europäische Touristen erkennt man in der Regel an ihrer grauen Kleidung und den Gesundheitssandalen.
Polizei in allen Orten; setzt portugiesische Sprachkenntnisse voraus.
Behörden sind von 1 0 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Die Läden öffnen um 9 Uhr und schließen zwischen 18 und 20 Uhr; die Shopping-Center öffnen erst um 10 Uhr, schließen aber oft erst um 22 Uhr.
Dein Freund und Helfer - nicht unbedingt. Wer einen größeren Schaden zu beklagen hat, sollte beim nächsten Polizeirevier (delegacia) ein Protokoll (ocorrencia) aufnehmen lassen. Ansonsten: nett sein zu den Beamten, aber keine hektische Aktivität von ihnen erwarten.
Briefe (Luftpost) brauchen etwa eine Woche in die kalte Heimat. Das Telefonnetz ist hervorragend, und internationale Gespräche sind von jedem Dorf (posto telefonico) aus möglich. Die öffentlichen Fernsprecher sind getrennt nach local (Ortsgespräch) und interurbano (innerhalb Brasiliens) und nur mit Telefonmünzen, fichas, zu benutzen. Man kauft sie am besten in den Büros der Telefongesellschaften oder beim nächsten Zeitungskiosk. Kartentelefone setzen sich in den größeren Städten immer mehr durch, erlauben jedoch keine internationalen Gespräche. Im Inland sind R-Gespräche möglich: Einfach eine 9 vor der jeweiligen Vorwahl wählen.
nach Deutschland 0049
in die Schweiz 0041
nach Österreich 0043
Vorwahl nach Brasilien 00 55 dann die Vorwahl der Stadt ohne Null, dann die Nummer.
Details zu den Tarifen finden Sie in unserer Rubrik "Telefonieren".
Fast überall 110 Volt, 60 Hertz Wechselstrom; in Brasilia 220 Volt, natürlich ohne Schukostecker. Am besten besorgt man sich ein Zwischenstück mit Bananenstecker.
Fahren Sie nicht los, ohne vorher einen Pauschalpreis auszuhandeln oder auf Einschalten des Taxameters zu bestehen. Grundgebühr je nach Stadt um die 4 Mark. Trinkgeld nicht üblich, der Betrag wird nur aufgerundet. Taxi fahren ist inzwischen auch in Brasilien vergleichsweise teuer.
Im Restaurant werden meist 10 Prozent Trinkgeld auf die Rechnung gesetzt. Den Betrag dann nach oben aufzurunden, beweist ihren weltoffenen Lebensstil - es ist ja nur eine pipoca, eine Kleinigkeit. Schuhputzen kostet mindestens 1,50 Mark. Kofferträger, Portiers und die so zahlreichen dienstbaren Geister erwarten eine gute gorjeta, weil sie schließlich davon leben müssen.
Mineralwasser sem e com gas aus (Plastik-) Flaschen ist unbedenklich zu trinken. Zum Zähneputzen ist das Leitungswasser in Ordnung. Salate oder Früchte nur mit abgekochtem Wasser behandeln. Vorsicht bei unverpacktem Eis.
Die brasilianische Standardzeit ist die von Brasilia; sie liegt je nach Jahreszeit gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit 3 bis 5 Stunden zurück. Im Westen zwei weitere Zeitzonen.
Internationale Presse nur in Rio und Sao Paulo oder großen Hotels. Sehr gute Tageszeitungen überall im Lande, besonders: Jornal do Brasil, O Globo, Folha de S. Paulo, Estado de S. Paulo und die Wochenmagazine Veja und ISTOE. In Rio und Sao Paulo gibt es fremdsprachige brasilianische Zeitungen: Latin America Daily und die Deutsche (Wochen-) Zeitung, die beide keine Veranstaltungshinweise bringen und schon deshalb nicht zu empfehlen sind.
Für einreisende Touristen gelten die üblichen Bestimmungen: Gegenstände des persönlichen Bedarfs sind zollfrei, ebenso Geschenke bis 100 US-Dollar. Der brasilianische Zoll reagiert empfindlich auf den Import von Computertechnologie. Ausländische Währungen können in unbegrenzter Höhe eingeführt werden. Bei der Rückreise in ein EU-Land dürfen Waren im Wert von 350 Mark abgabenfrei eingeführt werden. Mengenmäßige Begrenzungen gibt es bei Zigaretten (200), Spirituosen (1 l), Wein (2 l).
Detailliertere Informationen über Brasilien und Reiseführer finden Sie in der Rubrik Bücher.
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